Sind binäre Optionen Glücksspiel?

Im heutigen Artikel werde ich mich mal mit der Frage, ob binäre Optionen Glücksspiel sind, beschäftigen. Sucht man nach binären Optionen im Netz findet man neben vielen Werbeportalen für die Anbieter der Optionen auch oftmals sehr, aus meiner Sicht irreführende, Blogeinträge zum Thema. Naja und hoffentlich findet man auch meinen Blog, wenn man nach binären Optionen sucht ;)

Was genau sind binäre Optionen?

In meinem Artikel Binäre Optionen – Was ist das? habe ich etwas ausführlicher vorgestellt, worum es bei binären Optionen geht. Kurz zusammen gefasst handelt es sich dabei um eine Möglichkeit, an den Finanzmärkten Währungen, Futures oder Aktien zu handeln. Bei den meisten Optionsarten legt man sich dabei fest, ob der Kurs des Basisinstruments zu einem definierten Ablaufzeitpunkt über oder unter dem Einstiegskurs liegen wird. Liegt man richtig, bekommt man einen vorher festgelegten Betrag ausgezahlt, liegt man falsch, ist der Einsatz verloren.

Im Grunde hat es meine Mutter neulich auf den Punkt gebracht. Sie sagte nach einem längeren Gespräch darüber

…also im Grunde nur Wetten auf den Kurs, richtig?

Naja…irgendwie schon :)

Zuerst die Theorie

Ist es denn überhaupt möglich, vorauszusagen, ob der Kurs eines Basiswertes zu einem bestimmten Zeitpunk höher oder tiefer liegen wird? Die Frage ist leicht zu beantworten. Ja, es ist zumindest theoretisch möglich.

Nehmen wir zum Beispiel an, wir hätten eine Option im Euro/US-Dollar mit Ablaufzeitpunkt 7.Februar 2013 17:00 Uhr gewählt. Wir hätten uns dafür entschieden, dass der Kurs zu diesem Zeitpunkt unter dem Einstiegskurs liegen wird. Egal wann am 7. Februar 2013 wir uns entschieden hätten, diese Option zu (ver)kaufen, wir hätten richtig gelegen. Jedenfalls dann, hätten wir diese Option vor 16:35 Uhr ge- bzw. verkauft.

Binäre Optionen - ein Glücksspiel?

 

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Es ist doch erstaunlich, wie einfach es sein kann, schnell mit binären Optionen reich zu werden, oder?

Und was sagt die Praxis?

Natürlich werden jetzt viele denken, toll, dass der ein Beispiel rausgesucht hat, wo es mal geklappt hätte…und woher hätten wir schon um 12 wissen sollen, dass der Kurs soweit runter fällt?
Um Ihnen diese, sicherlich gerechtfertigte Frage zu beantworten, muss ich Sie allerdings kurz in die dunklen  Abgründe der technischen Analyse entführen. (Wie furchteinflößend ;) )

Die genaue Erklärung zu dem Chart finden Sie übrigens in diesem Artikel. Es würde den Rahmen sprengen, alles hier zu erklären und würde vielleicht einige Leser zu sehr langweilen. Aber seien Sie sich gewiss…ob Sie den weiterführenden Artikel lesen oder nicht, hat sehr viel damit zu tun, ob binäre Optionen für Sie eher Glücksspiel oder ein ernsthaftes Instrument zum Geld verdienen sein werden.

Aber nun zurück zu unserem Praxisbeispiel.

In der folgenden Abbildung sehen wir den Stundenchart des Euro/ US- Dollar aus der Zeit vom 18. Januar bis heute. Ich habe Ihnen die wichtigsten Zonen entsprechend markiert.

Nachdem die “Trendlinie h1″ am 7. Februar gegen 14:00 gebrochen wurde, wussten wir, dass der Kurs weiter fallen würde.
Die Clusterzone aus Widerstand, Moving Average und Nackenlinie definiert uns sowohl vom Preis als auch von der Zeit her ein gut unterstütztes Kursziel.

Spätestens seit 14:00 Uhr wissen wir also, dass der Kurs mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zwischen 16:00 und 17:00 bei ca. 1,34 liegen wird. Genau das war der optimale Zeitpunkt die Put- Option zum Ablauf 17:00 zu kaufen.

Der Gewinn war fast garantiert.

Glückspiel bei binären Optionen?

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Ok, dann auf zur ersten Million!

Nein! Genau hier entscheiden wir jetzt darüber, ob der Handel von und mit binären Optionen ein Glückspiel wird, oder uns langfristig sehr gute Gewinne ermöglichen wird.

Bitte beachten Sie IMMER, dass es an den Finanzmärkten niemals eine 100% Garantie für den Erfolg geben kann.
Wir arbeiten an den Finanzmärkten immer mit Wahrscheinlichkeiten, dass dürfen Sie niemals vergessen.

Jedes noch so gute Setup kann schief gehen, sei es wegen unvorhergesehener politischer Aussagen, Wirtschaftsdaten oder Umweltkatastrophen oder einfach nur deswegen, weil gerade in dem Augenblick, in dem Sie in den Markt gehen ein großer Hedgefond in die andere Richtung investiert oder 3 Banker in einem Großraumbüro irgendwo in Frankfurt, London oder New York der Meinung sind, mal gleichzeitig im Euro auf “short” zu drücken.

Vergessen Sie einfach, nach Systemen zu suchen, die 100%ige Trefferquoten versprechen. Setzen Sie niemals zu viel Geld in ein Setup sondern beachten konsequent Ihr MoneyManagement.

In meinem Artikel über das CRV bei binären Optionen und ob man mit binären Optionen Geld verdienen kann, habe ich erklärt, welche Gewinnquote wir benötigen, um mit den Binären Optionen nachhaltig Geld zu verdienen.

Denken Sie immer daran, wir benötigen lediglich mehr als 60% Trefferquote um nachhaltig Geld mit den Binaries zu verdienen.

Daher, lernen Sie die Grundlagen der Technischen Analyse um solche Setups wie oben beschrieben selbst zu identifizieren. Seien Sie geduldig und warten, bis diese Setups bestätigt sind und gehen Sie dann in den Markt.
Entwickeln Sie ein fundamentales Verständnis um sich wenigstens nicht von vorhersehbaren Entwicklungen an den Finanzmärkten überraschen zu lassen.
Halten Sie sich konsequent an die Regeln des MoneyManagements um auch nach einigen Verlusttrades, die definitiv vorkommen können und werden noch genug Kapital für weitere Trades zu behalten.

Fazit

Nun bin ich im Laufe dieses Artikels doch ganz schön von dem abgewichen, was ich eigentlich vor hatte, zu schreiben aber naja…Bloggen ist ja im Grunde auch kreativ sein und die Lust am Schreiben. Fassen wir also nochmal kurz zusammen:

Im Grunde gleicht der Handel an den Finanzmärkten, egal ob direkt, über CFDs, Forex, Binäre Optionen etc. einem Glücksspiel. Die Chancen stehen erstmal 50/50 das der Kurs steigt oder fällt. Es gibt aber Zonen im Chart, wo die Wahrscheinlichkeit für die eine oder andere Richtung um ein Vielfaches höher ist.
Die technische Analyse ist genau das Werkzeug, diese Zonen zu identifizieren. Da es trotzdem nie eine 100%ige Chance geben wird, benötigt man zusätzlich ein MoneyManagement, welches dem eigenen Risikoprofil angepasst ist. Diese beiden Sachen gepaart mit einem gewissen Grundverständnis für die politische und wirtschaftliche Gesamtsituation garantieren den langfristigen Erfolg aber definitiv keinen schnellen Reichtum.

Missachten Sie die Regeln sind Sie beim Glücksspiel. Sie können natürlich extrem schnell sehr hohe Gewinne verbuchen. Aber eben durch die Zonen erhöhter Wahrscheinlichkeit stehen die Chancen dann nicht mehr 50/50 sondern 90/10 gegen Sie. Spielen Sie dann lieber Roulette und setzen Sie auf Schwarz oder Rot. Dann haben Sie wenigstens eine wirkliche 50/50 Chance (solang der Casinobetreiber nicht manipuliert :) )

Nun aber noch schnell zu dem, was ich eigentlich schreiben wollte:

Man liest in vielen Beiträgen zum Thema binäre Optionen von Abzocke, Betrug, Zockerei und Glücksspiel. Ich bin der festen Überzeugung, dass diese Artikel, Forenbeiträge etc. oftmals von Leuten verfasst wurden, die, Entschuldigung, dumm genug waren, auf den “Wallstreet- Trick” reinzufallen. Der “Wallstreet-Trick” sagt einfach nur: “Melden Sie sich über meine Webseite bei einem Broker für Binaries an, melden Sie sich bitte noch bei etoro an, da die bessere Charts haben, identifizieren Sie den Trend und gehen Sie in den Markt” Stichwort “The trend is your friend… klingt hübsch, stimmt sogar und findet sich so auch in einschlägiger Fachliteratur wieder. Erweckt also Vertrauen bei Leuten, die nur über gefährliches Halbwissen verfügen.
Es ist eben nicht möglich, schnell und ohne Vorkenntnisse reich zu werden, zumindest nicht an den Finanzmärkten. Völlig ahnungslos in den Finanzmarkt zu gehen, egal mit welchem Instrument, ist einfach zum Scheitern verurteilt und hat nichts mit Abzocke der Broker zu tun.

PS: Ich bin wirklich gespannt, wie viele von Ihnen nun die Erklärung zur Chartanalyse von oben lesen werden oder gelesen haben und damit den ersten Schritt hin zu langfristigen Erfolgen mit binären Optionen getan hat :)

Hier nochmal der Link zum Artikel

(*) Die Abbildungen in diesem Beitrag habe ich selbst erstellt und bedürfen daher keiner Urheber- Angabe