Binäre Optionen vs. Forex Teil 2

Binäre Optionen vs. Forex

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Im heutigen Artikel soll es um die Charakteristik von binären Optionen gehen. Ziel des Artikels soll sein, den klassischen Forex-Handel mit dem Handel binärer Optionen zu vergleichen und jeweils die Vor- und Nachteile herauszustellen.

Da ich in meinen Artikeln immer wieder den Vergleich zum Forex-Handel ziehen werde, möchte ich die Vorteile der binären Optionen einfach einmal zusammen fassen, gleichzeitig aber auch Chancen im klassischen Forex-Handel aufzeigen.

Die Charakteristik von binären Optionen

Was binäre Optionen sind, habe ich ja bereits in meinem Artikel Binäre Optionen – Was ist das? beschrieben. Auf die Grundlagen binärer Optionen verzichte ich an dieser Stelle. Vielmehr möchte ich mich an die Charakteristik, die ich in meinem Artikel über den klassischen Forex-Handel benutzt habe, halten. Ziel soll ja ein Vergleich beider Systeme sein.

Generelle Vorgehensweise

Ähnlich dem Long/Short beim Forex-Handel gibt es bei binären Optionen zwei Möglichkeiten. Dabei kann man entweder eine Put- oder Call-Option kaufen. Bei einer Put-Option liegt man “im Geld”, wenn der Kurs zum Ablauf der Option unter dem Einstiegskurs liegt. Die Put-Option ist vergleichbar mit dem “short gehen” beim Forex. Bei einer Call-Option setzt man hingegen auf steigende Kurse ähnlich dem “long gehen” im Forex.

Spread

Im Gegensatz zum Forex-Handel gibt es beim Handel von binären Optionen keinen Spread. Bei den meisten Brokern für binäre Optionen wird als Kurs der Mittelwert zwischen dem Bid- und Ask-Kurs genommen. Die Kurse werden meist aus Datenfeeds zum Beispiel von Reuters bezogen. Bitte beachten Sie, dass die Kurse geringfügig von den in Ihrer Chartsoftware gezeigten Kursen abweichen können, da die Chartsoftware immer den Bid-Kurs des jeweiligen Forex-Brokers anzeigt. Die Schwankung sollte je Basiswert aber immer gleich bleiben.

Hebel und Einlage

Auch gibt es im Gegensatz zum Forex-Handel bei Binären Optionen keinen Hebel. Möglicher Gewinn und möglicher Verlust sind unabhängig vom Kursanstieg und vor dem Kauf der Option festgelegt. Damit kann es keinen margin call geben und das Money Management wird bedeutend vereinfacht. Welche Einlage Sie zahlen müssen und welche Mindestpositionsgröße Sie kaufen müssen, ist von Broker zu Broker unterschiedlich. Zum Beispiel fordert der Broker Banc de Swiss eine Mindesteinlage von 100€, die Mindestpositionsgröße beträgt 5€.

Gegenüber Forex ist der maximale Verlust bereits vor Kauf der Option festgelegt, diese zusätzliche Sicherheit hat aber Ihren Preis. Egal wie weit der Kurs nach oben oder Unten schießt, der Gewinn ist ebenfalls bereits vor dem Kauf der Option festgelegt.

Dem geringeren Risiko steht hier also auch eine geringere Chance gegenüber. Das das aber im Grunde der große Vorteil der Binaries ist, werden Sie gleich lesen.

Das Chance-Risiko-Verhältnis

Auch über das CRV der binären Optionen habe ich bereits einen eigenen Artikel geschrieben. Das CRV ist immer vor dem Kauf der Option festgelegt und liegt meist bei 0,7.

Stop-Loss, Take Profit und Pending Order

Beim Handel von binären Optionen können wir unser Stop-Loss nur indirekt selbst bestimmen. Das Stop-Loss liegt immer bei unserem Einsatz. Bei binären Optionen ist das Money Management in Verbindung mit der gehandelten Strategie (Glück ist übrigens die schlechteste Strategie dabei) daher extrem wichtig. Ich werde in der nächsten Zeit einen eigenen Artikel über das Money Management veröffentlichen um Ihnen dieses wichtige Thema näher zu bringen.

Bei den meisten Optionsarten gibt es auch kein Take Profit. Es zählt der Kurs bei Ablauf der Option. Selbst wenn der Kurs die ganze Zeit im Geld liegt und kurz vor Ablauf der Option dreht und bei Ablauf aus dem Geld steht, haben wir verloren.

Bei einer Optionsart, der amerikanischen Option (zum Beispiel One Touch bei Banc de Swiss) wird der Gewinn gezahlt, sobald der Kurs das Kursziel innerhalb der Laufzeit berührt. Nur in diesem Fall gibt es das Take Profit.

Auch haben wir nicht die Möglichkeit, Pending Orders zu setzen. Die Optionen müssen eigenhändig gekauft werden. Dennoch können Kaufzonen über die technische Analyse bestimmt werden, man muss dann eben warten, bis der Kurs zur gewünschten Zone läuft.

Handelszeiträume und Volatilität

Binäre Optionen sind extrem kurzfristige Investments und haben Laufzeiten von 60 Sekunden bis zu wenigen Stunden. Der Handel von binären Optionen kann am ehesten mit dem Scalping beim Forex verglichen werden.

Und genau hier spielen die binären Optionen ihren größten Vorteil voll aus. Beim Handel mit binären Optionen sind wir nicht abhängig von Trendmärkten oder hoher Volatilität. Sie erinnern sich, um den vorher definierten Gewinn zu erzielen, muss lediglich der Kurs bei Ablauf der Option im Geld stehen. Es ist dabei nicht relevant, ob 1 Pip oder 400 Pips.

Steigt der Kurs nur um 1 Pip würde der Scalper durch den Spread Verlust erleiden, wir Binary Trader streichen trotzdem 70% Gewinn ein.

Zusammenfassung

Sie sehen, das binäre Optionen eine extrem einfache Struktur haben. Es gibt zwei Möglichkeiten und wir brauchen uns nicht um Stop-Loss Level, Hebelrisiken oder Trendmärkte mit hoher Volatilität kümmern. Wir müssen nur entscheiden ob der Kurs zum Ablauf der binären Option höher oder tiefer als zum Einstiegszeitraum liegen wird.

Der größte Vorteil und damit auch der Grund, warum Sie sich mit dem Handel von binären Optionen beschäftigen sollen, liegt darin, dass diese Optionen uns die Möglichkeit bieten, sehr hohe Gewinne aus kleinsten Kursschwankungen zu erzielen.